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Krise setzt kriminelle Energie frei

3. August 2009 | 17:45 | | Karin Zauner (SN).
Wirtschaftsdelikte. Prüfer, Polizisten und Unternehmer müssen sich verstärkt mit Verbrechen in Betrieben auseinander setzen.
Der starke finanzielle Druck in der Wirtschaftskrise hat auch zu einem Anstieg der wirtschaftskriminellen Handlungen geführt. Vor allem Diebstahl, Betrug und Unterschlagung häufen sich. hier weiterlesen

Zulässigkeit privater und betrieblicher Ermittlung

Die Detektei W.S.B. Michael orientiert sich bei der Aufklärung und Bekämpfung von Wirtschaftsstraftaten an die durch den "Bund internationaler Detektive e.V." (BID) vorgegebenen internationalen Standards für private Ermittlungen.
Private Ermittlungen hier weiterlesen

BKA- 2008 zur Wirtschaftsspionage

Nach einer Mitteilung des Bundeskriminalamtes (BKA) werden deutsche Unternehmen zunehmend aus dem Ausland ausspioniert. 2007 registrierte das BKA 325 Spionage-Fälle. Innerhalb von fünf Jahren habe die Zahl der Ausspähungen deutscher Unternehmen um 20 % zugenommen. Ziel seien nahezu alle Bereiche, besonders aber die Entwicklungsabteilungen von Automobil-, Pharma- und Softwarefirmen.
BKA zur Wirtschaftsspionage hier weiterlesen

Zulässigkeit privater und betrieblicher Ermittlung

Die Schäden aus der Betriebskriminalität werden für die Bundesrepublik Deutschland auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Hierbei handelt es sich um Straftaten wie Korruption, Sabotagehandlungen, Material- und Warendiebstahl, Unterschlagung oder Leistungsbetrug, oder auch um den Verrat von Betriebsgeheimnissen die überwiegend von Mitarbeitern des eigenen Unternehmens ausgehen.

Die Zulässigkeit privater Ermittlungstätigkeit ergibt sich aus dem Artikel 2 des Grundgesetzes. Das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit gilt auch für Unternehmen und Arbeitgeber. Wer die Rechte anderer z.B. durch Straftaten verletzt, muss seinerseits Einschränkungen hinnehmen. Die Sicherung des Eigentums des geschädigten Unternehmens rechtfertigt den Einsatz privater Ermittler zur Aufklärung von Schadensfällen und zur Verhinderung weiterer Straftaten.

Auch in Bezug auf das Bundesdatenschutzgesetz sind private Ermittlungen zulässig, wenn ein begründeter Anfangsverdacht auf Mitarbeiterkriminalität vorliegt. Nach § 28 u. §29 BDSG sind Datenerhebungen (Ermittlungen) zulässig, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt. Der Umfang und Intensität des Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte des Betroffenen (Beschuldigten) müssen dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz entsprechen.

Betroffene Unternehmen sollten sich in solchen Fällen ausreichend informieren und unbedingt ein seriöses Sicherheitsunternehmen für private Ermittlungen einschalten, da neben den Persönlichkeitsrechten der Arbeitnehmer auch die Rechte anderer Personen betroffen sein könnten.

Zu diesen Kriterien sollte auch die Mitgliedschaft in einem Berufsverband gehören, da diese Unternehmen somit auch die von den Berufsverbänden als Regelwerk vertretene Berufsordnung anerkennen und dieser unterliegen.

Die Detektei W.S.B. Michael orientiert sich bei der Aufklärung und Bekämpfung von Wirtschaftsstraftaten an die durch den "Bund Internationaler Detektive e.V." (BID) vorgegebenen internationalen Standards für private Ermittlungen und nimmt regelmäßig an allen vom BID durchgeführten Weiterbildungsmaßnahmen teil.

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2008 Mitteilung des BKA zur Wirtschaftsspionage

Nach einer Mitteilung des Bundeskriminalamtes (BKA) werden deutsche Unternehmen zunehmend aus dem Ausland ausspioniert. Präsident Jörg ZIERCKE sagte auf der BKA-Herbsttagung in Wiesbaden: “Die Ausforschung von Wirtschaftsunternehmen ist fester Bestandteil zahlreicher Nachrichtendienste, zum Beispiel in Osteuropa und Asien”. Ausländische Geheimdienste - vor allem aus China und Russland - dringen immer öfter in die Computer deutscher Firmen ein.
2007 registrierte das BKA 325 Spionage-Fälle. Innerhalb von fünf Jahren habe die Zahl der Ausspähungen deutscher Unternehmen um 20 % zugenommen. Ziel seien nahezu alle Bereiche, besonders aber die Entwicklungsabteilungen von Automobil-, Pharma- und Softwarefirmen.

Ziercke sagte weiter, die Finanzmarktkrise und die damit verbundene zusätzliche Wirtschaftskriminalität stelle die Strafverfolger vor immer komplexere Herausforderungen. Das Bundesekriminalamt strebe daher eine engere Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) an. Nur gemeinsam könne man komplizierte Delikte wie Marktmanipulationen und Insiderhandel rechtzeitig erkennen und bekämpfen.

Wirtschaftskriminalität hat in Deutschland im vergangenen Jahr einen Schaden von 4,1 Milliarden Euro angerichtet.

Dies seien 200 Millionen Euro weniger als 2006, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Freitag mit. Die Wirtschaftskriminalität verursache aber immer noch mehr als die Hälfte des Gesamtschadens in Höhe von acht Milliarden Euro, der bei der Polizei registriert wurde.

Die Fallzahlen gingen laut BKA um gut acht Prozent auf knapp 88.000 Fälle zurück. Von einer Trendwende will BKA-Chef Jörg Ziercke aber nicht sprechen. Den Grund für den Rückgang sehen die Ermittler vor allem darin, dass im vergangenen Jahr weniger Großverfahren mit einer Vielzahl einzelner Straftaten abgeschlossen wurden.

Überschneidungen von Wirtschaftskriminalität und Organisierter Kriminalität (OK) würden immer deutlicher, so der BKA-Chef. Die Mafia-Organisationen verursachten mit wirtschaftskriminellen Taten einen Großteil ihrer Schäden und fast die Hälfte ihrer Gewinne.

Die aktuelle Finanzkrise verdeutlicht, dass im Rahmen der ökonomischen Globalisierung die Komplexität der Kapitalmärkte und Unternehmenskonstrukte ein bedenkliches Maß angenommen hat. Informationsdichte und technische Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit sind rapide gestiegen. Gleichzeitig bringen Banken und Unternehmen unter dem wachsenden Gewinndruck immer neue Finanzprodukte bzw. Produktinnovationen auf den Markt. Dies wiederum nutzen Kriminelle für ihre illegalen Aktivitäten.

Die Strafverfolgungsbehörden werden mit der Herausforderung konfrontiert, strafrechtlich relevantes Verhalten zu lokalisieren und nachzuweisen. Die Polizei sieht sich mit wechselnden Modi operandi und steigender Komplexität von Finanzmarktdelikten, zunehmend risikobereiten Straftätern, die die Möglichkeiten virtueller Anonymität gezielt nutzen, und nicht zuletzt mit einem ständig steigenden Volumen an Datenmengen konfrontiert.

Im Rahmen der diesjährigen Herbsttagung des BKA (12.-14.11.08) “Wirtschaftskriminalität und Globalisierung – die Polizei vor neuen Herausforderungen” stehen die Auswirkungen globaler Einflüsse auf gesamtwirtschaftliche Prozesse und die damit einhergehenden Kriminalitätsphänomene im Mittelpunkt. Nationale und internationale Entwicklungen und Ansätze zur Bekämpfung von Finanzmarktdelikten und anderen bedeutenden Phänomenen der Wirtschaftskriminalität werden in interdisziplinärer Betrachtungsweise vorgestellt. Insgesamt sollen Möglichkeiten aber auch Grenzen von Prävention und Strafverfolgung aufgezeigt werden. Dabei soll auch die Rolle rechtlicher Steuerungsmechanismen und ethischer Handlungsmaximen innerhalb der Wirtschaft betrachtet und so die Wertediskussion in diesem Bereich weitergeführt werden, teilt das BKA mit.
Verfassungsschutz warnt vor zunehmender Wirtschaftsspionage

Die Gefahr für ein Unternehmen, Opfer von Wirtschaftsspionage zu werden, steigt ständig", bilanziert der NRW-Verfassungsschutz. "Nach aktuellen Opfer- und Dunkelfeldstudien wurde ein großer Teil aller Firmen bereits ausspioniert, kleine und mittelständische ebenso wie große Konzerne." Konkrete Zahlen und Tatorte nennt der Bericht aber nicht. Alarmierend sei, dass viele Unternehmen sich gar nicht oder nur unzureichend schützten.
"Sehr aktiv" seien etwa China, Russland, Nord-Korea und Vietnam beim Einsammeln der wissenschaftlichen Standards anderer Länder, berichtete Möller. Bemerkenswert sei in diesem Zusammenhang die große Zahl chinesischer Studenten in NRW. Sie stellten mit 5500 deutlich mehr Eingeschriebene als die zweitstärkste ausländische Gruppe der 2700 Türken an den Universitäten in NRW. "Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder chinesische Student ein Spion ist", stellte der Verfassungsschutzchef klar.
Der Verfassungsschutzbericht listet unter anderem zwei Fälle aufgeflogener chinesischer Praktikanten in deutschen Hochtechnologie-Unternehmen auf. Sie hatten Prototypen ausspioniert, kleinste Details fotografiert und in einem Fall sogar versucht, ein komplettes einzigartiges Werkstück zu stehlen.

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Krise setzt kriminelle Energie frei

3. August 2009 | 17:45 | | Karin Zauner (SN).
Wirtschaftsdelikte. Prüfer, Polizisten und Unternehmer müssen sich verstärkt mit Verbrechen in Betrieben auseinander setzen.
Der starke finanzielle Druck in der Wirtschaftskrise hat auch zu einem Anstieg der wirtschaftskriminellen Handlungen geführt. Vor allem Diebstahl, Betrug und Unterschlagung häufen sich. Das geht aus einer Studie unter 500 so genannten Fraud-Experten, also Betrugsbekämpfungs-Spezialisten, hervor, die von ACFE gemacht wurde. Die Association of Certified Fraud Examiners (ACFE) ist eine Vereinigung von Spezialisten in der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität. Sie hat mehr als 30.000 Mitglieder in über 100 Ländern.

Mehr als die Hälfte der an der Studie teilnehmenden Experten (55,4 Prozent) gab an, dass sich in den vergangenen zwölf Monaten die Fälle von Wirtschaftskriminalität gehäuft haben. Finanzieller Druck spielt dabei die Hauptrolle, aber auch bessere Gelegenheiten und Einsparungen in den Betrieben sind Gründe für Mitarbeiter, vom rechten Weg abzukommen.

Michael Nayer, Wirtschaftsprüfer bei KPMG, bringt es plakativ auf den Punkt: „Wenn der Wasserspiegel sinkt, sieht man, wer keine Badehose anhat.“ Denn solange Unternehmen Gewinne machen, fallen Fehltritte weniger auf. Die Experten sprechen von einem „Fraud-Triangle“, dessen drei Elemente Gelegenheit, Motiv und Rechtfertigung heißen. In der Krise sparen Unternehmen auch bei den Kontrollen, dadurch mehren sich die Gelegenheiten für kriminelles Handeln. Als Motiv taugen finanzielle Engpässe, Druck in der Familie oder ein Über-Ego, das Führungskräfte und Mitarbeiter dazu treiben kann, Ergebnisse um jeden Preis zu liefern. Bleibt die Rechtfertigung, die da heißt: Man hat es ohnehin verdient und jeder macht es. Wirtschaftsprüfer Nayer nennt dazu einen praktischen Fall aus Osteuropa. Da habe ein Geschäftsführer das Wirtschaften in die eigene Kasse damit gerechtfertigt, dass dies in seiner Stadt ohnehin jeder tue, erzählt Nayer. Bei KPMG seien die Anfragen und die Nachfrage nach Service- und Beratungsleistungen im Zusammenhang mit wirtschaftskriminellen Handlungen seit Ausbruch der Wirtschaftskrise signifikant gestiegen.

Auch bei der Polizei zeigt sich das gleiche Bild. Rudolf Unterköfler, im Bundeskriminalamt Chef für Wirtschafts- und Finanzermittlung, arbeitet gerade an einer neuen Konzeption für seinen Bereich und hofft, dass dann bald mehr Spezialermittler für Wirtschaftskriminalität zur Verfügung stehen. Das sei zumindest beabsichtigt, sagt er. Denn bei nur rund 100 Experten für schwere Wirtschaftskriminalität bei der Polizei haben die meisten Täter gut lachen. Fasst man alle Polizisten mit wirtschaftskriminellen Kenntnissen in ganz Österreich zusammen, werden es ein paar hundert sein. „In Zeiten wie diesen ist das zu wenig“, sagt Unterköfler.

Zuwächse verzeichnet die Polizei bei Vermögensdelikten in Unternehmen. „Schuld ist meistens zu wenig Kontrolle“, sagt Unterköfler vom BKA. Wobei aber auch in guten Zeiten gestohlen und betrogen wird. Allerdings würden die Unternehmen da seltener die Polizei einschalten, sagt Unterköfler. Aber jetzt sei die Anzeigewilligkeit höher, weil Verluste schwerer zu verkraften seien.

Auch mit Anlagebetrug müssen sich die Wirtschaftsermittler nun vermehrt herumschlagen. „Die Geldflüsse sind oft schwer nachvollziehbar“, sagt Unterköfler. Und auch hier zeigt sich: In wirtschaftlich guten Zeiten nehmen es alle lockerer. „So lange die Leute ihr Geld vermehren, hinterfragt niemand etwas, aber wenn der Finanzmarkt zusammenbricht, dann steigen die Anzeigen“, berichtet der BKA-Chef für Wirtschaftsermittlung.

Die gute Nachricht: Unternehmen können präventiv etwas tun. Wirtschaftsprüfer Nayer nennt etwa die Sorgfalt bei der Auswahl der Mitarbeiter. „Korrektes Vorgehen und ausgeprägtes Werteverhalten können bei Auswahlverfahren sehr gut getestet werden.“ Zudem sei rigoroses Sanktionieren im Betrieb wichtig, wenn etwas passiere – und eine Unternehmenskultur, die es Mitarbeitern leicht mache, Beobachtungen Vorgesetzten zu melden.

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